REBEL · HUMMEL · HAYDN · STRAUSS
Wie klingt das Chaos? Wie in einem Cluster-Akkord – also viele Töne, die dissonant zueinander stehen. Ein Prinzip, das man eigentlich aus der modernen Musik des späten 20. Jahrhunderts kennt. Wie illustrativ ein solcher Klang ist, das erkannte aber auch schon Jean-Féry Rebel 1737. Mit seinem Stück „Les Élémens“ vertonte er die Entstehung der Erde ... Und? Am Anfang war das Chaos, wie wir alle wissen. Ziemlich schnell ordnet Rebel diese Töne dann allerdings an ihren harmonisch richtigen Platz. Musik als performative Kraft? Auch das liegt in dieser zehnsätzigen Suite schon. Als Auftakt für zwei Stücke der Wiener Klassik mit ihren wunderbaren tonalen und formalen Ordnungen funktioniert das in diesem Programm: Besonders mit Haydns speziellem Humor, der dann meist im Publikum für Chaos sorgt. Nur so viel: Zwei Generalpausen im Finalsatz dienen als Finte ... Mit Johann Nepomuk Hummels Trompetenkonzert stellt sich zudem die Österreicherin Selina Ott (*1998) als Solistin vor, bevor mit dem Donauwalzer die sanften Wogen des Flusses zu schunkelnden Dreivierteltakten geordnet werden.
Program
Jean-Féry Rebel
„Les Élémens“
Johann Nepomuk Hummel
Trompetenkonzert Es-Dur
Joseph Haydn
Symphonie Nr. 42 D-Dur
Johann Strauss (Sohn)
„Donauwalzer“ op. 314
Artists
Joseph Bastian, Leitung
Selina Ott, Trompete